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Die Initiative Krebsfacharzt startet.

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar stellte die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Onkologie (OeGHO) die "Initiative Krebsfacharzt" in einer Pressekonferenz erstmals der Öffentlichkeit vor. Mit dieser Initiative will die OeGHO das – international bereits sehr etablierte – Konzept eines speziellen Facharztes für Krebs auch hierzulande verankern und Betroffenen Hilfe und Information bieten.

"Wir folgen damit", so Univ. Prof. Dr. Günther Gastl, Präsident der OeGHO, "dem internationalen Trend zu einem eigenen Facharzt, der sich ausschließlich mit Krebs befasst."

Der Krebsfacharzt

Rund 300 ÄrztInnen mit Facharztausbildung Innere Medizin wurden in Österreich schon für dieses Spezialgebiet geschult und haben das Zusatzfach "Hämatologie und Internistische Onkologie" absolviert. Sie sind überwiegend in Spitälern tätig, etwa 130 führen aber auch eine eigene Ordination.

Mit der Initiative soll bekannt gemacht werden, dass Krebsfachärzte über besondere fachliche, soziale und psychoonkologische Kompetenzen verfügen und sich auf moderne Behandlungskonzepte der medikamentösen Tumortherapie spezialisiert haben. Zudem propagiert die Aktion den Krebsfacharzt als Koordinator des onkologischen Betreuungsteams, das in der Regel aus einschlägig ausgebildeten ÄrztInnen wie ChirurgInnen, RadiologInnen, GynäkologInnen, UrologInnen, PulmologInnen, Strahlentherapeuten sowie PsychoonkologInnen und Pflegepersonal besteht. Vor allem aber will man Krebsfachärzte als zentrale Ansprechpartner für PatientInnen, Angehörige und niedergelassene ÄrztInnen etablieren.

Medical Oncologists international längst anerkannt

Krebsfachärzte oder Medical Oncologists sind in anderen Ländern schon längere Zeit anerkannt und einer breiten Öffentlichkeit bekannt. So nehmen sie beispielsweise in Großbritannien, Deutschland, der Schweiz, Italien, Skandinavien, aber auch in Ost- und Südosteuropa sowie vor allem in den USA eine zentrale Rolle in der Betreuung von Krebspatienten ein.

"Der wesentliche Unterschied zur bislang in Österreich gelebten Herangehensweise ist die ganzheitliche Sicht", erläutert Univ. Prof. Dr. Hellmut Samonigg, Vizepräsident der OeGHO. "Während derzeit beim Großteil der Krebspatienten in Österreich ein erkranktes Organ im Blickfeld steht, betrachten und behandeln Medical Oncologists den gesamten Menschen. Und wir entsprechen diesem Ansatz."

Dank der darauf fokussierten Zusatzausbildung hat der Krebsfacharzt besondere Kenntnisse

  • welche medikamentöse Therapie im jeweils speziellen Fall sinnvoll ist
  • wie sie durchgeführt wird
  • welche Nebenwirkungen auftreten könnten und wie diese zu vermeiden oder zu behandeln sind
  • wie Laborbefunde und Diagnosedaten zu beurteilen und zu interpretieren sind
  • wie PatientInnen zu betreuen sind, die neben ihrer Krebserkrankung auch an anderen Krankheiten leiden
  • welche Informationen betroffene PatientInnen und Angehörige brauchen, um sich verstanden zu fühlen und den Therapieplan einzuhalten


Der Krebsfacharzt kann aufgrund dieses Wissens dem Patienten die größtmögliche Sicherheit geben, die individuell beste Krebstherapie zu bekommen.

Die spezielle Facharztausbildung zum Hämatologen und internistischen Onkologen wird laufend an internationale Richtlinien und Entwicklungen angepasst. Ein entsprechender Plan befindet sich derzeit in Ausarbeitung und soll in nächster Zukunft wirksam werden.

Ziele und Aktivitäten der Initiative

Um das Konzept des Krebsfacharztes in der breiten Öffentlichkeit zu etablieren, will die Initiative Krebsfacharzt

  • die Information von PatientInnen verbessern
  • die Betreuung von PatientInnen (inklusive Prävention, Frühdiagnose, Diagnose, Behandlung und Nachsorge) optimieren
  • die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen allen an der Krebstherapie Beteiligten fördern
  • die Forschung auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie fördern
  • Fort- und Weiterbildung von ÄrztInnen und Pflegepersonen unterstützen


Bei den meisten dieser Aktivitäten kooperiert die Initiative Krebsfacharzt eng mit anderen an der Therapie beteiligten ÄrztInnen sowie Organisationen wie der Krebshilfe und Selbsthilfegruppen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Initiative: www.krebsfacharzt.at 



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