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19.10.2017

In Memoriam

Univ. Prof. Prim. i. R. Dr. Karl Wagner (25.02.1921 – 26.09.2017)

Am 26.09.2017 hat die internistische Hämatologie-Onkologie Österreichs mit Prof. Dr. Karl Wagner eine herausragende Persönlichkeit und einen hochgeschätzten liebenswerten Menschen verloren.

Prof. Karl Wagner wurde am 25.02.1921 in Kainach bei Voitsberg geboren. 1940 begann er das Medizinstudium das durch Arbeits- und Wehrdienst sowie Kriegsgefangenschaft unterbrochen war. 1947 erfolgte die Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde an der Karl-Franzens-Universität Graz. Nach ärztlicher Tätigkeit am LKH Fürstenfeld und am Physiologischen Institut Graz begann Prof. Wagner 1948 seine Ausbildung in Innerer Medizin am Universitätsklinikum Graz. Während dieser Zeit war er ein Jahr als Stipendiat der WHO an der Medizinischen Universitätsklinik Zürich bei Prof. Dr. Löffler tätig. Hier entstanden mehrere wissenschaftliche Arbeiten über die eosinophilen Leukozyten, insbesondere aber gelang es ihm mit Dr. Möschlin in vivo und in vitro erstmalig bei Menschen bei einer Pyramidonagranulozytose Antikörper nachzuweisen, womit ein großes neues wissenschaftliches Arbeitsgebiet eröffnet wurde. 

Zurückgekehrt am Universitätsklinikum Graz widmete sich Prof. Wagner der Immunhämatologie unter seinem Lehrer Prof. Dr. Gotsch. 1958 erfolgte die Habilitation mit dem Schwerpunkt der erworbenen hämolytischen Anämien und deren Bedeutung für Klinik und Forschung. 1961 übernahm Prof. Karl Wagner als Primarius die Medizinische Abteilung des LKH Wagna wo er neben dem Aufbau eines modernen Krankenhausbetriebes die ärztliche Fortbildung mit wöchentlichen Fortbildungsveranstaltungen und die Fortführung seiner wissenschaftlichen Tätigkeit in den Fokus stellte und in dieser Zeit über 20 Publikationen verfasste. 

Am 01.04.1966 übernahm Prof. Wagner die Leitung der III. Medizinischen Abteilung des Landeskrankenhauses Graz, wo er neben der internistischen Betreuung von Patientinnen und Patienten schwerpunktmäßig die Hämatologie und Onkologie etablierte. Er baute rasch ein leistungsfähiges, hämatologisches Laboratorium auf und etablierte umfangreiche Spezialuntersuchungen durch lokale, nationale und internationale Kooperationen. Besonders wichtig war ihm dabei die Teamarbeit, die ihm für eine moderne klinische Betreuung und Forschung als unumgänglich notwendig erschien. Sehr rasch hatte die III. Medizinische Abteilung einen großen Ambulanzbetrieb mit der gesamten Steiermark, Kärnten und dem Burgenland als Einzugsgebiet mit umfassender Beraterfunktion für die zuweisenden Ärztinnen und Ärzte. Trotz der verglichen mit heutigen Verhältnissen geringen diagnostischen Möglichkeiten und der sehr limitierten therapeutischen Optionen gelang es Prof. Wagner mit hohem persönlichem Einsatz, Erfolge in der PatientInnenversorgung zu erzielen und seine Spezialabteilung über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. Prof. Wagner etablierte intensive Forschungskooperationen auf allen Gebieten der Hämatologie und Onkologie und setzte sich für die ausgezeichnete Aus- und Fortbildung seiner ihm anvertrauten Ärztinnen und Ärzte ein. 

Nach seiner Emeritierung 1986 besuchte Prof. Wagner weiterhin hämato-onkologische Veranstaltungen und blieb mit seinem Wissen up to date. Daneben widmete er sich der Musik und Malerei wobei einige Ausstellungen seinen kreativen Schaffungsprozess würdigten.

Das LKH-Univ. Klinikum Graz verliert mit Prof. Karl Wagner einen steirischen Pionier auf dem Gebiet der Hämatologie und Onkologie, der bahnbrechendes geleistet hat und die Voraussetzung für die Weiterentwicklung seiner Abteilung in ein international renommiertes Zentrum für hämatologische Erkrankungen mit nicht nur ausgezeichneter klinischer Versorgung, sondern hohen Forschungsaktivitäten und ausgezeichneten innovativen Diagnostik- und Therapiestrategien ermöglicht hat. 

Neben seiner klinischen und wissenschaftlichen Arbeit war Prof. Wagner berufspolitisch interessiert und widmete viel Zeit und Energie der Hämatologie-Onkologie. Er war Gründungsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie und veranstaltete 1972 im zweiten Jahr des Bestehens dieser wissenschaftlichen Organisation, die zweite Jahrestagung in Graz. Von 1981 bis 1985 war er Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Er setzte sich in seiner Präsidentschaft unter anderem für ein gemeinsames Zentrum für Knochenmarktransplantation ein und engagierte sich für internationale Kooperationen, Ausbildung und Fortbildung. Prof. Wagner begeisterte Generationen von Ärztinnen und Ärzten für unsere Fachgebiete.

Die Hämato-Onkologie hat Prof. Wagner sehr viel zu verdanken. Die OeGHO verliert mit ihm einen empathischen Arzt der vielen Patientinnen und Patienten mit schwersten Erkrankungen unermüdlich geholfen hat, einen international anerkannten Forscher und einen inspirierenden Lehrer.

Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. 

Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie!

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